Ostafrika für Anfänger (Dez. 2010), pt.3

Nördliches Tanzania

Das Gepäck war schnell aus der Maschine ausgeladen und wurde in einer Schubkarre zum ‘Terminal’ gebracht. Nachdem ich meinen Rucksack übergestreift hatte, wollte ich das Gebäude verlassen. An der Türe wartete aber schon eine große Traube Taxifahrer, die ihre Dienste feil boten. Mir war das zu viel Trubel und Geschrei. Also habe ich mich durch die Menge gewühlt, die Traube von hinten erneut angesteuert und mich bei einem der hintersten Fahrern, der sichtlich überrascht war, nach einem angemessenen Fahrpreis erkundigt. Diesen bekam ich auch angeboten, und so ging es stressfrei in meine schäbige, kleine Kaschemme, direkt am kleinen Marktplatz von Tanga.Das ‘Bad’ hatte eine Größe von 0,5m x 1m, so dass man auf der Kloschüssel hocken musste, während man duschte. Aber wenigstens gab’s überhaupt ‘ne Schüssel.

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Viel zu bietet hat Tanga nicht. Einzige Attraktionen sind der große Industriehafen und eine leider nicht mehr funktionierende Turmuhr aus der Kolonialzeit. Überhaupt findet man hier häufig noch Hinweise auf diese Zeit, in der die Deutschen hier ihr Unwesen trieben. Neben den zahllosen, oft verfallenen, typischen Kolonialbauten traf ich hier auf die Eckernfoerde Secondary School, die natürlich in der Eckernfoerde Street liegt. Allerdings sieht man kaum Menschen auf den Straßen. Auch der Markt von Tanga wurde nicht gerade von vielen Menschen frequentiert. Also entschloss ich mich, diesen unspektakulären Ort schnell wieder zu verlassen. Erfreut war ich aber von den Preisen hier auf dem tanzanischen Festland. Alles war fast halb so teuer wie auf Zanzibar. Also hab ich erst mal schön eingekauft. Indes erreichte mich die Nachricht, dass ich in 5 Tagen zu einer Eingliederungs-Maßnahme der Agentur für Arbeit zu erscheinen hätte. Toll. Hatte ich die vorher doch extra noch über meine Abwesenheit informiert!

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Am nächsten morgen musste ich früh aufstehen, da mein Bus ins Usambara-Gebirge schon um 6:30 Uhr fahren sollte. Und weil ich mich dort erst orientieren musste, wollte ich früh dort sein. Da sich nachts 2 Typen im Flur meines Etablissements lautstark verprügelt haben, konnte ich leider nicht so richtig gut pennen und bin deshalb etwas verschlafen aus der Tür gewankt, als mich gleich ein Minibus eingesammelt und über menschenleere Straßen zum Busbahnhof gebracht hat. Hier waren endlich mal Leute zu sehen. Den Bus hatte ich schnell gefunden, das Gepäck verstaut und schon ging es los. Leider mit einer halben Stunde Verspätung. Aber besser zu spät als zu früh, wie ich noch erfahren sollte. Also ging es im übervollen Bus auf zur 4-stündigen Fahrt nach Lushoto, einem Bergdorf in den Usambara Mountains. Komischer Weise musste ich mehr als alle anderen bezahlen, aber da ich als einziger die komplette Strecke gefahren bin, machte ich mir darüber zunächst wenig Gedanken, auch wenn der Preis laut Reiseführer etwas anderes sagte – aber der war ja auch schon 2 Jahre alt.

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Die Fahrt war zwar ungemütlich, aber optisch wirklich toll. Linker Hand erstreckte sich die staubige Tiefebene, auf der gelegentlich Hirten mit ihrem Vieh gesichtet wurden. Auf der rechten Seite erhob sich eindrucksvoll das Gebirge mit kilometerlangen Sisal-Plantagen im Vordergrund. Natürlich liegen auch einige Hütten und Dörfern an der Straße, so dass wir des öfteren hielten. So gleich springen dann die Verkäufer an die Busfenster und möchten alles mögliche verkaufen, was man auf der Reise so braucht. Von Obst, Nüssen, Keksen oder Wasser bis zu Mützen, Sonnenbrillen oder Taschentücher. Bei unserem letzten Halt, bevor es ins Gebirge ging, wurde ich natürlich gleich wieder von ‘nem Typen angelabert, der sich auch gleich neben mich auf den mittlerweile frei gewordenen Sitz schwang und mir auf den letzten 30 km die ein oder andere Empfehlung aussprach. Im Schlepptau hatte er den Junior-Chef des Lushoto Sun Motel, welches ich mir zufälliger Weise im Reiseführer bereits vorgemerkt hatte.

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In Lushoto angekommen, wollten mich die beiden dann erst mal über den ‘Big Market’ führen, bevor sie mir das Motel zeigen, aber ich hatte echt keine Lust, mich mit 20kg Gepäck auf dem Buckel durch die Massen zu quetschen. Ich konnte die beiden also davon Überzeugen und so ging es ins Motel, wo ich zum Einen den lästigen Typen abschütteln und zum Anderen den Junior-Chef seiner Arbeit übergeben konnte.

Lushoto ist der Ausgangspunk vieler, auch mehrtägiger Wanderungen in und durch die Usambara-Berge, an die im Norden Kenia anschließt. Es ist ein gemütlicher Bergort, mit freundlichen und geschäftigen Einwohnern und hübschen kleinen Häusern. Der Ort ist stark auf den Trekking-Tourismus eingestellt, der wohl in den letzten Jahren zurück gegangen ist und den Menschen finanziell stark zusetzt. Durch die Höhenlage und die regelmäßigen Regenfälle ist der rötliche, lehmige Boden in diesem Gebiet aber ungemein fruchtbar, so dass es wenigstens nicht an Nahrung mangelt. Die manigfaltige Fauna bietet dabei ein sattes Grün, gespickt mit den verschiedensten Früchten und eingebettet in allerlei Blütenformen und -farben. Also hab ich mich auf den Weg gemacht und als erstes den mir angepriesenen wöchentlichen Markt besucht. Gleich hinter dem Markt ging der Weg in Richtung Irente. Von dort aus sollte es einen schönen Blick über die Tiefebene geben.

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Nach einer guten Stunde Fußmarsch durch eine faszinierende Landschaft, vorbei an Lehmhütten und üppig bestellten Gemüsefeldern war ich dann in Irente. Besonders beeindruckt auf diesem Weg, wo man ständig auf Leute trifft, die einen Grüßen, anlächeln oder mit dem Mofa mitnehmen wollen, fand ich die Erkenntnis, das auch Bäume sich lieb haben können. So zumindest war das mein Eindruck beim Anblick der eng verschlungenen Großgewächse.

Irente besteht aus vielen, weit verstreuten Lehmhütten am Rande des Usambara-Anstiegs. Die Felswände fallen hier zum Teil bis zu 800m senkrecht ab – und der Ausblick ist grandios. Auf dem Gelände um den höchsten Aussichtspunkt hat die vom Tourismus abhängige regionale Tourist Agency allerdings ein – zwar im traditionellen Stil gehaltenes, aber unverschämt teures – ‘Camp’ errichtet, in dem vornehmlich reiche Inder residierten. Ein seltsames Ambiente, wie mir schien. Ich konnte mich auf dem Gelände zwar frei bewegen, erst aber nachdem ich Eintritt bezahlt hatte, dafür aber auch ein wirklich nötiges, antialkoholisches Freigetränk bekam. Überall der gleiche Trick!

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Auf dem Rückweg wurde ich dann von einem kurzen, aber knackigen Regenguss überrascht. Genauso überrascht war ich, als mich sogleich ein junger Eingeborener zum Schutz in seine Hütte einlud. Also habe ich mich in die karg eingerichtete Hütte geflüchtet und saß auch gleich einer Schar Kinder und einer weißhaarigen, alten Frau ohne Zähne gegenüber, die mich erstaunt anschauten und kicherten. Alle waren offensichtlich unsicher wegen meinem spontanen Eindringen und auch ich habe mich etwas unangenehm gefühlt. Man konnte sich ja auf keine Weise, außer mit Händen, Füssen & Gesten verständigen. Wirklich toll, denn so haben wir uns im wahrsten Sinne des Wortes aneinander ran getastet und viel Spaß während der Regenpause gehabt. Zurück in Lushoto wollte ich dann noch den Eulen vom Arbeitsamt aus dem örtlichen Internet-Cafe schreiben, aber ein kompletter Stromausfall sollte mir das erschweren und dies erst am nächsten morgen ermöglichen.

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Nachdem ich den Pfeifen der ARGE endlich meine Abwesenheit nachgetragen konnte, führte mich meine nächste Tour in das parallel liegende Nebental. Von dem Örtchen Soni aus wollte ich die Bergwelt um den ‘Growing Rock’ erkunden.


Legende des ‘Growing Rock’:

Von den Bergen um Soni sieht man auf ein riesiges Hochplateau, umgeben von Hügeln und dem Berg ‘Growing RocK’. Der Legende nach gabe es eine schwere Flutkatastrophe, da es 28 Tage am Stück geregnet hatte und das Plateau voll lief. Dies auf grund des Lehmigen Bodens, der Wasser kaum versickern lässt. 8 Jahre habe es gedauert, bis das Wasser abgelaufen sei und den Menschen die dies von der gegenüber liegenden Gebirgsseite beobachteten erschien dies, als ob der Berg wächst.

Natürlich hatte ich bald wieder einen Begleiter dabei, sowie dessen schon lange nicht mehr gesehenen Schulfreund. Zu dritt haben wir dann, nach einem kurzen Marsch über den Markt, um Proviant zu besorgen, die Berge erklommen. Ziemlich steil ging es Berg auf. Ich war schon schwer am keuchen, als sich meine Begleiter am steilsten Stück – wie ich vermute, nur um mich zu ärgern – eine Zigarette ansteckten – die Schweine! Erst als wir die Raststätte kurz unterhalb der Gipfelkette erreicht hatten, konnte ich daher auch den atemberaubenden Ausblick genießen. Nach unserem Vesper packte mein Begleiter dann gewissenhaft alle Obstschalen & unseren Müll in eine Tüte, nur um diese dann beherzt in die Wildnis zu pfeffern. Eine Situation, die mich heute noch befremdet.

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Zurück in Lushoto half mir Samuel, mein Begleiter, noch ein Busticket nach Moshi zu erstehen. Nun war mir gewiss, dass ich auf dem Weg hier her abgezogen wurde, denn, obwohl die Strecke fast doppelt so lang war, kostete die Fahrt nur halb so viel!

Nachdem kurz darauf wieder im kompletten Ort der Strom – und diesmal langfristig – ausfiel, wartete ich bei Kerzenschein, ein Buch lesend, auf das neue Jahr. Es war ja schließlich der 31.12.2010 und ich wollte mir das Silvester-Ritual der Einheimischen nicht entgehen lassen. Kurz nachdem ich eingenickt war, wurde ich auch schon wieder von Sirenengeheul geweckt. Der Strom war noch immer weg, also begab ich mich, bewaffnet mit einer Taschenlampe, auf die Straßen. Leider wahr nichts zu sehen. Nur in der Ferne waren Kirchenglocken, Sirenen, leiser Jubel und vereinzelt Gewehrschüsse zu hören, worauf ich mich verstört zurück ins Bette begab, um für die Busfahrt fit zu sein.

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Um 7:00 Uhr an Neujahr sollte mein Bus nach Moshi fahren. Moshi, am Rande des Kilimanjaro gelegen, sollte meine letzte Station in Tanzania sein, von der aus ich dann die nächsten 3 Tage in verschiedene Richtungen ausschwärmen wollte. Eigentlich dachte ich, es würde genügen, 15 Minuten vor Abfahrt da zu sein, da es ja eh meist Verspätungen gibt. Als ich dann doch schon um 6:40 Uhr am Bus eintraf, wurde mein Gepäck schnurstracks in den Stauraum verfrachtet und keine 3 Minuten später ging es los. Die Fahrt war landschaftlich wieder bombastisch, vor allem die in Wolken gedeckten Pare-Berge, die sich an das Usambara-Gebirge anschließen. Auf der Fahrt ist lediglich ein Reifen geplatzt, und unser Fahrer hatte großen Spaß daran, Passanten per Hupe zu erschrecken – wenn er nicht gerade mit seinem Handy beschäftigt war. Ein Utensil, das jeder Tansanier als essenziell ansieht, steht’s griffbereit hat und das in keinem Haushalt fehlen darf, auch wenn’s nix zum fressen gibt (man verzeihe mir den Zynismus)!

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Nach einer abermals landschaftlich tollen Fahrt kamen wir am frühen Nachmittag am lebhaften Busbahnhof von Moshi an. Ich hatte mir im Vorfeld bereits wieder eine Unterkunft ausgesucht und ging direkt und mit starrem Blick, dort hin. Zwei Schlepper, die hier wirklich penetrant sind, konnte ich trotzdem erst im ‘Foyer’ der von mir gewählten Herberge davon überzeugen, dass ich mich nicht für ihr Angebot entscheiden werde. Ich hatte mich dabei glücklicher Weise für die beste, aber auch preiswerteste Übernachtungsmöglichkeit meines gesamten Trips entschieden – auch wenn das Zimmer nur ca. 3,5qm groß war und an der Bar ‘Boney M’ in Dauerschleife lief.

In Moshi trifft man leider auch wieder viele europäische, amerikanische oder japanische Touristen, die sich auf eine Besteigung des Kilimanjaro vorbereiten, der afrikanischen Kultur aber oft wenig Respekt zollen. Nach dem ich mir die Stadt ausgiebig angeschaut hatte, fuhr ich mit dem Kleinbus in das 2 Stunden entfernt gelegene Arusha, ebenfalls ein Ausgangspunkt für Trekking-Touren. Aber auch Startpunk für reiche Safari-Touristen, die in der westlich von Arusha gelegenen Serengeti wilde Tiere in ihrem letzten natürlichen Lebensraum belästigen wollen. Daher ist Arusha auch eine Hochburg der Kriminalität. Fotos zu machen ist auch nur heimlich oder mit Bakshish möglich. Dies bekam ich zu spüren, als ich von einem Einwohner unmissverständlich und strengstens auf das ‘Photographierverbot’ hingewiesen wurde, nur weil ich er die Kamera an meinem Gürtel gesehen hatte. Sehr schade, denn der Markt von Arusha war der farbenfroheste und schönste Markt, den ich bis dahin gesehen habe. Überall war geschäftiges Treiben und die Vielzahl an Früchten war wirklich enorm.

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Nach einem leckeren Essen (auch wenn ich keine Ahnung hab, was das war) in einer versteckten Eck-Kneipe, ging es auf der staubigen Piste wieder zurück nach Moshi. Unangenehm schwül-warm war es und so begab ich mich nach einer nötigen Dusche in eine nahe gelegene Kneipe, um den Tag gemütlich mit Bier und einem guten Abendmahl ausklingen zu lassen.

Dachte ich, dass meine bisherigen Busfahrten ungemütlich waren, sollte ich aber noch eines besseren belehrt werden. Ich wollte nämlich nach Marangu fahren. Ein kleiner Ort direkt am Zugang zum Kilimanjaro National Park. Der Minibus war zwar so gut wie voll, aber dennoch haben wir fast 30 Minuten gewartet, bis sich endlich insgesamt 28 Passagiere auf die 12 Sitzplätze verteilt hatten. Allerdings sollten noch weitere 4 Personen an den nächsten Haltestellen einsteigen. Die Enge hielt eine junge Frau mit einem Neugeborenen natürlich nicht davon ab, dieses ebendort stillen zu wollen, was wegen der enormen Enge für etwas Aufruhr sorgte.

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Nach 1,5 Stunden Fahrt, eingequetscht und in der Hocke kamen wir endlich im 1800m hoch gelegenen Dorf Marangu an. Gleich vor dem Bus kamen gleich wieder einige ‘Touristenführer’ angerannt, die ich aber alle ignoriert habe und ohne zu zögern einfach irgendwo hin gelaufen bin. Eine sehr gute Methode um die ‘Bugs’ abzuschütteln, solange es so aussieht, als wisse man wo es lang geht. Also bin ich etwas in der hügeligen und wild bewachsenen Gegend herum geschlendert. Nach nicht all zu langer Zeit traf ich auf Nelly, einen jungen Mann, der mir sehr nett erschien und der mir anbot, die Gegend zu zeigen, was ich auch nicht bereuen sollte. Denn Nelly (zu dem ich auch heute, 2018, immer noch Kontakt habe) führte mich durch riesige Bananenhaine zu abgelegenen, im Wald versteckten, kleinen Dörfern und zu einem schwer zugänglichen, traumhaft schönen Wasserfall. Danach ging unser Ausflug weiter zu den Hütten der Chagga.

Die Chagga: Das Volk der Chagga lebt schon seit Jahrhunderten friedlich im Gebiet südlich des Kilimajaro. Hauptsächlich leben die Chagga vom Anbau von Bananen und der Viehzucht. Seit einigen Jahrzehnten betreiben sie auch den Kaffeeanbau. Hauptnahrungsmittel ist allerdings die Banane. Hier gibt es die verschiedensten Sorten für die verschiedensten Anwendungen. Sogar fermentierte, alkoholische Getränke werden daraus ‘gebraut’, das sogenannte ‘Pombe’. Dies bekommt man sowohl traditionell, als schleimige Brühe aus einem rostigen Napf, oder aber industriell hergestellt in Glasflaschen gereicht. Die Chagga lebten in Strohütten (mittlerweile sin diese aus Lehm oder Holz, zusammen mit ihrem Vieh, da sie fürchteten, die Massai würden dies bei ihren Raubzügen stehlen, was auch gar nicht so selten war. Als aus Nahrungsnot durch Dürreperioden immer mehr der kriegerischen Massai-Nomaden von Kenia aus in das fruchtbare Gebiet kamen, sahen sich die Chagga gezwungen, kilometerlange Tunnel-Systeme zu bauen, um sich bei Gefahr zurückziehen zu können. Trotzdem kam es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Beim Kampf in den Höhleneingängen hatten die Massai aber wenig Chancen und zogen sich im Laufe der Jahre zurück. Heute leben die Chagga und die Massai friedlich im Einklang nebeneinander, viele junge Chagga haben die Region aber schon verlassen, um ihr Glück in einer der größeren Städte zu suchen.

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Nach einer kurzen Pause und leicht bedult vom scharfen ‘Bananen’-Trunk wanderten wir weiter zum Eingang des Kilimajaro National Park. Hier sind zig Gedenktafeln aufgestellt, die an den Deutschen Hans Meyer, den Österreicher Ludwig Purtscheller und ihren Bergführer Yohani Lauwo erinnern, die den Berg, der damals noch Kaiser-Wilhelm-Spitze hieß und als höchster Berg Deutschlands galt, als erste Menschen bestiegen. Ein wirklich beeindruckendes Panorama bietet sich einem hier und es war die Mühen wirklich wert, nach einem anstrengenden Tag nochmals den steilen Fußmarsch dorthin zu machen. Am späten Abend verabschiedete ich mich dann von meinem Begleiter und bestieg den abermals überfüllten Bus zurück nach Moshi. Total kaputt und nach einer noch ungemütlicheren, engeren Fahrt mit diesmal 36 Personen, auf einem Fuß kniend und gegen die Scheibe gequetscht, wollte ich eigentlich nur noch schlafen. Aber da ich schon in 3 Stunden, also um 0:00 Uhr zum Flughafen aufbrechen musste, war damit auch nix. Ebenso musste ich leider die Einladung zweier Ugander absagen, die mit mir noch einen heben wollten.

Bewaffnet mit einem Messer stieg ich dann ins Taxi, dass mich zum 50 km entfernten, mitten in der Pampa gelegen Flughafen bringen sollte. Das Messer war vorerst steht’s griffbereit (man weiß ja nie was einem in so einer verlassenen Gegend mitten in der Nacht passieren kann). Aber meine Bedenken hatten sich schnell verflüchtigt, denn mein Fahrer war ‘n wirklich netter Kerl und ist auch nirgendwo in der Wildnis ‘rechts ran gefahren’. Leider war am Flughafen gar nix los. Alles war geschlossen, da unser Flug der einzige in dieser Nacht war. Nach einem langen, anstrengenden aber tollen und erlebnisreichen Tag schlief ich dann gegen 3:30 Uhr in meinem Sitz ein. Um 6:30 war’s aber schon wieder vorbei mit dem Schlaf, denn wir landeten in Addis Abab und ich konnte die letzte Etappe – den Besuch bei meiner angeheirateten Familie in Äthiopien – beginnen.


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