Ein paar Tage in Lettland (Okt. 2018)

Nach Estland war Lettland die nächste Etappe meiner Baltikum-Reise. Hier meine Eindrücke

Sigulda

Um viertel nach acht startete der Bus von Ecolines nach Riga. Nach dem Einladen des Gepäcks hat mir aber der Fahrer erst mal den Kontrollabriss auf die Hand geklebt und abgestempelt, damit auch alles seine Ordnung hat.

Der Bus, der von St. Petersburg über Tallinn gekommen war, war recht modern und auch gut gefüllt. Die Fahrt über hab ich ein wenig den Reiseführer studiert und noch etwas geschlummert. Zu sehen gab es draußen nämlich nichts, da es mal wieder geschifft hat. Um 10:45 Uhr waren wir dann in der lettischen Hauptstadt Riga und glücklicher Weise hat es auch aufgehört zu regnen. Hab mich am Busbahnhof erst mal ein wenig orientiert und bei der Touristeninfo Kartenmaterial eingepackt. Danach bin ich zum Hostel gelatscht, das nicht weit vom Busbahnhof und ziemlich nahe am Bahnhof liegt. Glücklicher Weise konnte ich auch hier gleich einchecken und mich dann auch gleich wieder auf den Weg machen.

Riga wollte ich heute noch nicht erkunden, also bin ich gleich wieder zum Bahnhof und hab mir ’ne spott-billige Fahrkarte ins nicht all zu weit entfernte Städtchen Sigulda gekauft. Hier steht das berühmteste Schloss Lettlands und das darf ich mir ja nicht entgehen lassen. Nach 75 Minuten Fahrt mit der Bummelbahn war ich in Sigulda. Da der Bus zur Burg von Turaidas erst in einer halben Stunde fahren sollte, hab ich mich zu Fuß auf den 4,5 km langen Weg gemacht. Immerhin liegen auf dem Weg auch noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten. Zum einen wäre da die evangelische Kirche die recht schlicht ist. Innen drin kam dann gleich so‘ne Tussi angerannt, die meinte, man könne auch auf den Turm. Eine Spende wäre aber nett. Also hab ich einen Cent in die Opferkasse geschmissen und bin den Turm hoch gekraxelt. War aber nicht wirklich lohnenswert. Sehr eng war‘s neben der Glocke und Millionen von kleinen Mücken sind dort herum geschwirrt. Also bin ich wieder runter und weiter zum neuen Schloss. Leider wird das gerade renoviert und ist komplett in ein Gerüst eingehüllt. Direkt dahinter sind noch ein paar gut erhaltene Burgruinen, die ich mir aber nur von außen angeschaut hab. Hatte kein Bock, dafür Eintritt zu zahlen.

Leider hat es dann wieder angefangen zu regnen und ich hab mir ernsthaft überlegt, ob ich die restlichen drei Kilometer nach Turaidas laufen soll. Hab mich dann aber dafür entschieden, was auch gut war. Fünf Minuten später hat es dann auch schon wieder aufgehört zu regnen. Es ging über eine Brücke und unterhalb eines weiteren kleinen Schlösschens zur Gutmannshöhle, die lediglich ein paar Meter tief, aber die größte aller baltischen Staaten ist. Die herbstliche Umgebung war aber sehr nett. Ein paar kleine Seen und die farbigen Blätter der Bäume waren schon hübsch anzusehen. Danach ging es gefühlt 500 Stufen bergauf. Bin total ins Schwitzen gekommen, da es nach dem Regen auch ein wenig schwül geworden ist. Kaum oben angekommen, ging es wieder dutzende Stufen hinunter. Im weiteren Verlauf des Weges ging es dann dauernd Trepp auf, Trepp ab. Das die keine normalen Wege bauen können?! Am meisten hat mich aber genervt, dass die Brille dauernd angelaufen ist und ich kaum was gesehen hab.

Etwas später als geplant war ich deshalb am Eingang zum Gelände der Burg und hatte nur noch 45 Minuten Zeit, um nicht den Bus zurück zu verpassen bzw. dann auch den Zug zurück nach Riga zu bekommen. Hab also das Gelände, für das ich 6,50 € Eintritt zahlen musste, im Schnelldurchlauf durchschritten. Ist schon sehr sehenswert und ich wäre echt gerne noch länger geblieben. Hat sich aber dennoch auf jeden Fall gelohnt. Als ich dann den Bus zurück zum Bahnhof bestiegen hab, hat es wieder angefangen zu regnen. Diesmal aber richtig und nicht nur so Nieselregen, der eigentlich kaum zu spüren ist. Auch die komplette Zugfahrt über hat es gepisst und erst als ich in Riga angekommen bin hat es wieder aufgehört. Im Endeffekt hab ich da bisher schon Glück gehabt, dass es meist während meiner Fahrten regnet.

Bin dann als erstes ins Hostel um meinen Rucksack auszupacken und Platz für die anstehenden Lebensmittel-Einkäufe zu schaffen. Diese sind hier übrigens merklich günstiger als in Estland. Nach der kulinarischen Shopping-Tour wollte ich noch ein halbes Stündchen durch Riga schlendern, das um einiges größer ist als Tallinn, aber auch viel mehr Asis und Alkis beherbergt. An fast jeder Ecke steht oder liegt irgendein zahnloser Besoffski rum. Und das schon am frühen Vormittag. Wenigstens labern die einen nicht blöd voll oder grölen unqualifiziert rum, so wie die Säufer am Cannstatter Bahnhof. Aus der halben wurden dann aber doch 1½ Stunden, da es doch einige nette Gebäude im Zentrum gibt, die in der Dunkelheit auch schön beleuchtet sind. War wirklich schön. War dann also erst um 21:15 Uhr zurück im Hostel und hab mir dann schnell noch was zu Essen gemacht. Die Küche hier ist nämlich schon ab 22:00 Uhr dicht.

Riga / Jurmala

Hab heute bis um halb neun gepennt und mir erst mal `n Tee gemacht und mein Vesperbrot geschmiert. Der Japaner der bei uns im Zimmer ist hat derweil sein Frühstück verputzt und natürlich, wie schon gestern Abend, geschmatzt wie blöde. Hätte ihm am liebsten sein Rührei in die Visage gedrückt. Bin dann aber lieber los und hab mir die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Riga angeschaut. Die orthodoxe Kirche, das Viertel mit den Häusern im Jugendstil, den Pulverturm, das Schloß, die Schwarzmann-Häuser, die 3 Brüder, die Petruskirche (von außen, da der Eintritt unverschämt viel Eintritt kostet) und die Skulptur mit der Bremer Stadtmusikanten. Bin danach noch in die große Markthalle, eine der ältesten Europas. Vor allem der Fischmarkt ist sehr sehenswert. Allerdings war ich ein wenig schockiert, da einige der Fische, die dort auf Eis ausgestellt sind noch geatmet und gezuckt haben.

Danach bin ich zum Bahnhof, um nach Jurmala zu Fahren. Eigentlich gibt es die Stadt gar nicht, denn Jurmala ist der Zusammenschluss einiger kleiner Örtchen, die direkt neben einander liegen. Direkt vor bzw. hinter dem Bahnhof hab ich dann eine kuriose „Schlägerei“ beobachtet. Zwei total dichte Alkis wollten sich prügeln. Der eine hat so komische Boxer-Angriffe simuliert, ist dabei gestolpert und auf die Fresse geflogen. Der andere wollte sich dann wieder auf die Bank setzen, da diese aber keine Rückenlehne hatte, ist er hinten runter gekippt und auch liegen geblieben. Kein einziger Schlag, aber trotzdem beide ausgeknockt. Hab mir dann die Fahrkarte geholt und ein Pärchen mittleren Alters angetroffen, das etwas ratlos war und wohl auch nach Jurmala wollte. Nett wie ich bin, hab ich die beiden beim Fahrkartenkauf unterstützt, zum Zug mitgenommen und mich auf der Fahrt gut mit ihnen unterhalten. Ist auch immer mal wieder schön, sich ein wenig auszutauschen.

Bin dann bis Dibulti gefahren, das relativ weit im Westen von Jurmala liegt. Wollte von dort aus die anderen Örtchen durchlaufen und etwas am Strand spazieren. Allerdings war‘s am Strand ziemlich voll. Einerseits lag das am guten Wetter, andererseits auch daran, dass am Strand ein Radrennen statt fand. Von dort aus ging es in das Örtchen Majori, das wohl das touristischste ist. Hier gibt es eine Flaniermeile mit schnieken Restaurants und Cafés. Alles etwas gehobener in der Preisklasse. Und auch ein Publikum, dass eher schnöselig ist. Waren mir dann doch zu viele Leute und so hab ich geschaut, dass ich schnell weiter komme. Bin dann durch einen Park gelaufen, in dem es einen Klettergarten für Kinder gibt. Wirklich toll gemachtes Teil und gar nicht so anspruchslos – und auch abenteuerlich. Dieser Albtraum für Helikopter-Eltern hätte mir als Kind sicher auch gut gefallen. Danach ging es weiter durch die angrenzenden Wälder bis ich an den Fluss Lielupe, von wo aus es eine tolle Aussicht auf das Gewässer zu bestaunen gibt.

Mittlerweile war es aber auch schon wieder 17:00 Uhr und so hab ich mich zum nächsten Bahnhof begeben, um zurück nach Riga zu düsen. Bin dann nochmals in die Altstadt um mir die noch fehlenden Sehenswürdigkeiten, die ich gestern nur in der Dunkelheit gesehen habe, auch noch bei Tageslicht an zu schauen. War dann aber auch ziemlich fertig, also bin ich noch schnell in den Supermarkt gehüpft und hab endlich mal wieder richtiges Fleisch gekauft, um mir später Gulasch zu kochen. Allerdings bin ich dann doch nicht sofort zurück ins Hostel, sondern hab mich noch auf ein wohlverdientes Feierabendbier in den Park zu setzen.

Zurück im Hostel hab ich schnell geduscht und mich dann noch ein wenig mit der netten Tante aus Paris unterhalten, mit der ich gestern schon ein bisschen gequatscht hatte. Offenbar war sie heute auch in Jurmala und wir haben uns ein bisschen darüber ausgetauscht. Aber auch darüber, dass ich angeblich letzte Nacht geschnarcht hätte. Komisch. Hatte nichts gehört. Musste dann aber auch langsam kochen, um vor 22:00 Uhr fertig zu sein. Plötzlich kam dann wieder der Japaner an und hat sich mit seinem Laptop, seinem Tablet & seinem Smartphone neben mich gehockt und angefangen, sich laufen irgendwelche Kekse genüsslich schmatzend rein zu pfeifen. Hab dann halt angefangen hörbar zu furzen und zu rülpsen. Fand er offenbar gar nicht so cool, denn nach jedem Rülpser hat er mich angeglotzt und irgendwas auf japanisch vor sich hin gebrabbelt. So wie ich halt, jedesmal wenn er wieder zu schmatzen begonnen hat. Somit waren wir wenigstens beide von einander genervt. Aber wenn‘s zur fernöstlichen Kultur gehört zu schmatzen und sich einen Scheiß darum zu scheren ob das andere nervt, so gehört es halt – wie Luther schon sagte – zu unserer Kultur, zu rülpsen und zu furzen. So ist das nun mal.

Ventspils

Heute ging es wieder etwas früher los und so bin ich um viertel nach sieben aufgestanden. Hab mir gemütlich einen Tee gemacht und erneut ein Vesperbrot geschmiert, bevor ich dann mit Sack und Pack zum Busbahnhof gelatscht bin. Pünktlich um 8:40 Uhr fuhr der Bus dann auch los. Drei Stunden hat die Fahrt bis Ventspils gedauert und nachdem ich noch etwas den Reiseführer studiert habe auch noch ein bisschen gepennt. Denn draussen war‘s mal wieder etwas wüster. Soll heißen, es hat angefangen zu regnen. Leider – so wie sonst – hat es nach unserer Ankunft nicht aufgehört zu regnen und so hab ich am Busbahnhof auf besseres Wetter gewartet. Immerhin sind es knapp zwei Kilometer bis zu meiner Unterkunft. Da sich aber keine Besserung eingestellt hat, bin ich eben los gelaufen.

Leicht angefeuchtet bin ich in der kleinen Pension, von mir gewählten Pension angekommen. Eigentlich hatte ich ein Zimmer gebucht, aber da ich der einzige Gast war, wurde ich für den gleichen Preis (15 €) in eine komplette Wohnung mit 4 Betten, Küche, Bad und sogar Fernseher einquartiert. Da die überaus freundliche und eloquente Dame des Hauses noch am sauber machen war, hab ich nur schnell mein Gepäck abgestellt, die Regenjacke übergestreift und bin los in die Stadt. Eigentlich ist Ventspils ein hübsches Städtchen, nur der riesige Industriehafen passt da nicht so recht ins Bild. Zudem war die Stadt wie ausgestorben. Kaum jemand unterwegs und das herbstlich-regnerische Wetter hat den Ort teilweise wie eine Geisterstadt erscheinen lassen. Hab also die paar Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt abgegrast. Überall stehen hier übrigens diverse, unterschiedliche Kuh-Skulpturen herum. War mir schon nach der Ankunft aufgefallen und meine Wirtin sagte mir auch, dass das hier die Stadt der Kühe sei. Zudem ist Ventspils zum dritten Mal in Folge zur saubersten Stadt des Baltikums ernannt worden. Und das, wo eigentlich alle Städte in denen ich bisher war ziemlich sauber waren.

Bin dann zurück in die Unterkunft und hab erst mal das formelle geregelt. Eigentlich wollte der Mann der netten Frau von vorhin aber nur die Kohle haben. Kein Pass, kein nichts. Soll mir recht sein. Glücklicher Weise hat es dann endlich aufgehört zu regnen und so hab ich die Regenjacke in die wohlig durch einen Holzofen gewärmte Hütte gehängt, mir die mittlerweile trockene normale Jacke übergestreift und bin los in Richtung Freilichtmuseum, dass ca. 1,5 km südlich der Unterkunft liegt. Die Dame an der Kasse war aber wohl nicht darauf gefasst, dass zu dieser Jahreszeit Besucher kommen und dann den Eintrittspreis von 1,40 € mit einem Zwanziger bezahlen wollen. Als Rausgeld gab‘s daher fast alles in Münzgeld. Das Museum ist ganz nett und neben diversen altertümlichen Booten gibt es hier Nachbauten von frühen lettischen Siedlungshäusern und einer Windmühle zu sehen. Mittlerweile kam sogar die Sonne hinter den Wolken hervor, so dass das Ambiete doch ganz gut zur Geltung kam.

Danach bin ich durch den angrenzenden Ankerpark, der so heißt, weil hier dutzende riesige Anker von anno dazumal herumliegen. Direkt hinter dem Park geht es zur Küste und dem weitläufigen Strand. Und hier wurde ich echt überwältigt, denn die langsam untergehende Sonne hinter den Wolken bot einen grandiosen Anblick über das Meer. Das Licht- und Farbspiel war einfach fantastisch. Allein deshalb hat es sich gelohnt, hier an die raue Küste zu fahren und der verregnete Mittag war plötzlich vergessen. Zwar hat es ziemlich stark gewindet, aber beim Anblick des Meeres und des Himmels war dies überhaupt nicht schlimm. Sogar der Industriehafen erschien in einem ganz anderen, faszinierenden Licht. Bin dann noch die Mole entlang gelaufen bis zum sich weit draußen befindlichen Leuchtturm. War wirklich toll! Danach bin ich aber auch schon wieder zurück in die Unterkunft, denn es war schon kurz vor sieben und ich wollte noch Unterkünfte und Busverbindungen abchecken.

Nachdem ich ein Hostel in Liepaja gebucht hatte, hab ich mich, bevor ich den Trip nach Litauen und der Kurischen Nehrung fest mache, noch über die Busverbindungen informiert und musste mit Schrecken feststellen, dass von Liepaja nach Klaipeda nur drei mal die Woche ein Bus fährt und genau dann, wenn ich fahren will nicht! Hab `ne halbe Ewigkeit gebraucht bis ich eine Alternative gefunden hab, die aber auch nicht zuverlässig ist. Muss ich morgen in Liepaja noch abchecken. Hab daher auch nichts weiter gebucht. Allerdings war‘s dann auch schon ziemlich spät, also hab ich kurz geduscht, mein Essen aufgewärmt und bin deshalb erst gegen halb4 erst ins gemütliche Bett gekommen. Morgen um sieben raus wird wohl ganz schön hart.

Liepaja

Nach nur 3 ½ Stunden Schlaf hab ich m ich aus der Kiste gequält und bin zum Busbahnhof marschiert. Der Bus war diesmal nur ein Kleinbus und es waren mehr Fahrgäste als erwartet, so dass einige der Passagiere stehen mussten. Allerdings fuhren die jeweils nur ein paar Stationen mit. Den Großteil der Fahrt hab ich mal wieder verpennt, aber den Hirsch und seine Hirschkühe, die auf neben der Straße auf einer Wiese neben dem Wald standen habe ich nicht verpasst. Mächtige Tiere! Der Busbahnhof von Liepaja liegt zirka 1,5 km außerhalb des Zentrums, also musste ich ein ganzes Stück laufen. Hab mich zuerst auf die Suche nach dem Büro des lokalen Busanbieters gemacht, das gar nicht so einfach zu finden war. Es ist nur ein Raum im ersten bzw. zweiten Stock (das Erdgeschoss ist hier das erste Stockwerk) eines Geschäftshauses. Ging dann aber ganz schnell und schon hatte ich mein Ticket für morgen in der Hand. Man darf sich eben nicht nur am Internet orientieren, denn viele alternative Möglichkeiten sind auch hier nur außerhalb der virtuellen Welt zu finden.

Bin danach zum Hotel gelatscht, in der Hoffnung auch hier früher einchecken zu können. Dem war aber nicht so, sagte mir der Vermieter am Telefon, denn das Haus war noch verriegelt. Also bin ich wieder zurück und hab mich bei schönem Wetter an das Flussufer gesetzt, gevespert und etwas im Reiseführer geschmöckert. Um kurz nach 14:00 Uhr war ich dann zurück am Hotel, aber leider war immer noch niemand da. Also hab ich nochmals da angerufen und der Vermieter meinte, es komme gleich jemand. Fünf Minuten später kam dann ein ca. 10-jähriger Jung angewackelt. Es stellte sich heraus, dass das der Sohn des Vermieters war, der dann aber auch den kompletten Check In mit mir gemacht hat und der auch wirklich gut englisch gesprochen hat. Ist wohl nicht das erste Mal, dass der Kleine das gemacht hat. Schon seltsam irgendwie. Die Räumlichkeiten sind aber echt gemütlich und das Ambiente wirklich schön.

Bin danach erneut in die Innenstadt und hab mich bei der Information nach einem Bus in den Stadtteil Karosta erkundigt. Hin- und Rückfahrticket haben nur 1,40 € gekostet, also hab ich mich entschieden, dort hin zu fahren. Laut Reiseführer soll es sich lohnen, den Stadtteil anzuschauen. Ist irgendwie auch so, aber nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Neben der opulenten orthodoxen Kirche gibt es nämlich nur übelst verkommene Wohnsilos, die noch aus Sowjet–Zeiten stammen. Alles sehr schmuddelig und versifft. Bin also wieder in den Bus zurück ins Zentrum gestiegen. Wie auch schon auf der Hinfahrt stiegen Fahrkartenkontrolleure zu, was einige Schwarzfahrer in Panik versetzte. Diese versuchten auch schnell und auf rabiate Weise aus dem Bus zu flüchten. Da es aber ein enger Kleinbus war, versperrten die resoluten Kontrolleurinnen einfach mit ihren Körpern die Tür. Gab darauf hin einen kleinen Tumult, der sich aber auch schnell wieder gelegt hat.

Zurück in der Stadt hab ich die paar wenigen Sehenswürdigkeiten abgeklappert, aber wirklich viel, bzw. spektakuläres gibt es hier nicht. Die üblichen Kirchen, ein paar Statuen, die Holzbaracke von Peter I. und ein paar kleine Parks. Also hab ich mich mit einem Abstecher zum Supermarkt wieder zurück ins Hotel begeben. Hab dort meine Fertig-Lasagne in den Ofen geschoben und konnte jetzt auch endlich das Hostel für den nächsten Tag buchen. Hab auch gleich das Hostel für die letzten zwei Tage in Vilnius gebucht und versucht in Silauliai etwas zu finden, was aber gar nicht so leicht war. Bin dann durch Zufall auf die Jugendherberge der Technischen Universität gestoßen und eine Anfrage verschickt. Sollte das nicht klappen, muss ich eben nach Kaunas oder nach Panvezys ausweichen. Hoffe aber das beste.

Somit war mein kurzer Besuch in Lettland, der leider nur vier Tage umfasste, auch schon wieder vorbei. Einen Tag mehr wäre ich schon gerne noch geblieben, was mein begrenzter Zeitplan aber leider nicht zugelassen hat. Die nächsten fünf Tage in Litauen dann im dritten Teil…


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