Ein paar Tage in Litauen (Okt. 2018)

Die letzte Etappe meiner Drei-Länder-Reise war dann Litauen…

09.10.2018 – Klaipeda

Heute hieß es mal wieder früh raus, auch wenn der Bus erst um 9 Uhr fährt. Schließlich musste ich fast 45 Minuten bis zur Abfahrtsstelle laufen. Denn der Bus ist von einer kleinen, lokalen Busgesellschaft und fährt nicht am Busbahnhof, sondern von einer Haltestelle im Süden der Stadt ab. Hab wie immer einen großteil der Stecke verpennt, diesmal aber etwas ungemütlicher. Der schrottige Kleinbus hatte nämlich keinen Platz für das Gepäck, dass ich dann mit in den Fahrgastraum nehmen musste. Da der Bus gut gefüllt war, hieß es, das Zeug auf den Schoß nehmen. Bei lediglich 2 Stunden fahrt ging das aber einiugermaßen.

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Um kurz vor 11 waren wir dann in Klaipeda. Allerdings hat der Bus außerhalb der Stadt gehalten, so dass ich ungefähr 4 km bis ins Zentrum laufen musste. Glücklicher Weise konnte ich aber im Hostel wieder sofort einchecken und mich gleich danach wieder auf den Weg machen. Bin dann zum nahen Bahnhof und danach zum direkt daneben gelegenen Busbahnhof gelatscht, um mich der nächsten Verbindungen zu versichern. Hat auch alles gut hingehauen und so bin ich danach einmal quer durch die Stadt. Keine besonderen Sehenswürdigkeiten, aber ganz nett ist es hier dennoch. Bin dann aber zum alten Fährhafen und mit der Fähre nach Smiltyne gefahren. Das ist der nördlichste Ort auf der Kurischen Nehrung. Die Kurische Nehrung ist eine schmale Halbinsel deren Großteil zu Litauen, der Südteil zu Russland gehört. Eigentlich ist die Nehrung aber eine riesige Düne, die das Festland vor Wind und wetter schützt, das Kurische Haff zum Festland hin begrenzt und ein riesiger Naturpark ist. Bin dort dann bis ganz zum nördlichsten Zipfel gelaufen und am Strand wieder zurück. Tolle Landschaft, aber auch relativ warm und schweißtreibend. Zumindest auf der dem Meer abgewandten Ostseite Auf der Westseite am Strand war es dagegen sehr zugig, aber von der Landschaft her ebenfalls sehr sehenswert.

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War deshalb auch erst um 18:00 Uhr wieder an der Fähre, die mich kostenlos zurück nach Klaipeda gebracht hat. Für die Hinfahrt musste in einen ganzen Euro berappen. Bin dort noch etwas durch die Altstadt gelaufen, bis ich wieder – mit einem Abstecher im Supermarkt – zurück ins Hostel bin. Nachdem ich die letzten beiden Nächte ja kaum geschlafen hab, war ich froh, endlich mal wieder etwas länger pennen zu können, bin dafür aber auch recht früh ins Bett. Hab wohl doch etwas Schlafdefizit. Geholfen hat mir dabei aber auch einer der drei Stummen, die hier nächtigen, da dieser immer irgendwelche Geräusche (mh…mhmhmm.. hä…hmm) von sich gegeben hat, was mich echt aufgeregt hat. Der Japaner aus meinem Zimmer meinte aber, das sei halt normal bei Taubstummen. Aber bei dem ist es ja auch normal, immer die Zimmertüre offen zu lassen, ganz egal ob da jemand drin liegt und pennt oder das Zeug offen herum liegt.

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10.10.2018 – Kurische Nehrung

Konnte heute wieder etwas länger Pennen, den mein Bus nach Joudkrante ist erst um 11:15 Uhr losgefahren ist. Wäre gerne etwas früher gefahren, aber da gab‘s nichts gescheites. Allerdings hätte ich auch die Passagierfähre und dann erst in Smiltyne den Bus nehmen können. Naja, schon zu spät.

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Um 12:00 Uhr war ich dann in Joudkrante, einem verschlafenen Örtchen ca. 30 km von Smiltyne entfernt. Bin als erstes wieder ein Stück zurück zur Bernsteinbucht, die sehr schön und idyllisch gelegen ist. Es war wieder sehr warm und schon jetzt hab ich es bereut, meine Jacke mitgenommen zu haben. Bin dann wieder zurück in den Ort und habe dort den Hexenberg bestiegen. Auf dem Rundweg um den Hügel sind dutzende Holzskulpturen zu bestaunen, die hauptsächlich Hexen, Geister und Fabelwesen darstellen. Waren echt coole Skulpturen dabei. Hat mir sehr gut gefallen. Leider war aber auch eine Schulklasse mit nervigen Penälern unterwegs. Glücklicher Weise konnte ich diese aber schnell überholen und hinter mir lassen. Nach der Umrundung des Hexenberges hab ich mich zum Ufer begeben und bei herrlichem Ausblick und schönstem Wetter gevespert. Leider war die Zeit schon wieder etwas voran geschritten und so hab ich den nächsten Kleinbus nach Nida bestiegen.

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Nida ist der bekannteste Ort der Kurischen Nehrung und liegt ca. 3 km von der russischen Grenze entfernt. Da ja Nebensaison ist, ist der beliebte Urlaubs- und Ferienort sehr ruhig, was ich doch schwer begrüßte. Leider hatte ich auch hier nicht so viel Zeit wie ich gerne gehabt hätte und so hab ich mich zum Wahrzeichen der Stadt aufgemacht. Dabei handelt es sich um den Leuchtturm, der sich westlich der Stadt, oben auf einer Düne befindet. Leider konnte man den Turm nicht besteigen, dafür aber einen in der Nähe gelegenen Aussichtsturm. Aber so spektakulär wie ich es mir vorgestellt hatte, war der die Aussicht dann doch nicht. Viel Wald gab es zu sehen und erst dahinter ließ sich das Meer erahnen. Eigentlich wollte ich ja zur Küste auf der anderen Seite latschen, aber irgendwie gab es keine richtige Beschilderung und mir erschien der Weg doch zu weit, um rechtzeitig wieder an der Bushaltestelle zu sein. Also bin ich in Richtung Süden gedackelt, wo man die Parnidis-Düne besteigen kann. Wirklich ein herrlicher Ausblick über die Nehrung, die unterhalb gelegenen Wanderdünen bis hin zum Meer. Auch hier traf ich wieder auf eine nervige Schulklasse. Ach ja, auf der Düne steht übrigens auch eine riesige Sonnenuhr.

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Nachdem ich mich etwas an der schönen Aussicht gelabt hatte, ging es auf der anderen Seite der Düne dutzende steile Treppenstufen hinunter an die Küste. Hier gibt es noch einen kurzen aber schönen Spazierweg, der zurück nach Nida führte. Auch hier eine tolle Landschaft. In Nida bestieg ich dann den Bus, der mich zurück nach Smiltyne brachte, von wo aus ich dann die Passagier-Fähre zurück nach Klaipeda genommen hab. War landschaftlich auf jeden Fall sehr, sehr schön. Da es noch hell war, bin ich im Anschluss noch ein klein wenig durch die Stadt geschlendert und hab mich auf ein Bierchen in den Skulpturen-Park in der Nähe des Busbahnhofes begeben.

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Da schon wieder der mhmhm-Typ da war (wie auch schon am Morgen beim Frühstück), hab ich mir ein wenig Wodka reingezogen, damit ich das Getue ertragen kann. Hab ansonsten aber auch nicht mehr viel gemacht.

11.10.2018 – Siauliai

Heute musste ich wieder `ne Stunde früher raus, und siehe da, wer heute auch `ne Stund früher wach? Der Mhmhmhm-Typ. Also hab ich so schnell wie möglich gefrühstückt, mein Vesper gemacht und bin gegangen, bevor ich dem noch eine rein haue. War aber sowieso ein wenig reizbar, da es wohl doch ein klein wenig zu viel Wodka war, gestern Abend. Hab also meine sieben Sachen gepackt und bin zum Bahnhof marschiert, wo ich den Zug nach Siauliai bestiegen habe. Dort bin ich dann um kurz nach 12 Uhr angekommen und gleich zum Youth Hostel, wo ich bereits ab 13:00 Uhr einchecken konnte. Und zu Laufen waren‘s vom Bahnhof auch wieder ca. 30 Minuten. Das Hostel gehört zur Hochschule und befindet sich in einem Nebengebäude, wo auch die technische Fakultät untergebracht ist. Wie in Pärnu, ist die Unterkunft mit dem Charme eines sowjetischen Freizeitheims ausgestattet und sehr schlicht. Die streng dreinblickende Dame vom Empfang passte da auch ganz gut ins Bild. Bin wieder der einzige im Zimmer, aber in den Nachbarzimmern sind einige Leute, die alle eher in meinem Alter sind.

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Bin danach zur Busstation, um den Bus zum Berg der Kreuze zu nehmen, der etwa 20 Fahrminuten und zwei Kilometer Fußmarsch entfernt liegt. Leider waren die Abfahrtszeiten, die im Hostel aushängen nicht ganz korrekt und so hab ich mir bei Hesburger einen „Hesburger“ geholt und auf den Bus gewartet, der erst 30 Minuten später als gedacht abfuhr. Für 90 ct. Bin ich dann nach Domanti gefahren, dass aus zwei oder drei Häusern besteht. Von dort ging es dann zu Fuß weiter bis zum Berg der Kreuze. Das ist ein Hügel, auf dem Millionen von Kreuzen in allen möglichen Größen und Formen stehen und der als Pilgerstätte gilt. Vor allem an Ostern soll hier sprichwörtlich der Teufel los sein. Schon ein krasser Anblick, wie viele Kreuze hier herum stehen, die von den Verblendeten hier aufgestellt werden. Wird von Jahr zu Jahr mehr. Zwischendrin stehen dann die hochmodernen Überwachungskameras, die das skurrile Bild etwas konterkarieren. Bin dann wieder zurück zur Bushaltestelle gelatscht und zurück nach Siauliai gefahren. Komischer Weise hat die Rückfahrt weniger gekostet als die Hinfahrt. Sehr seltsam!

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Bin dann noch quer durch die Stadt gelaufen, die eigentlich nicht viel zu bieten hat. Auch hier sind wieder, wie in fast allen Städten die ich bisher besucht habe, überall Baustellen. Muss ja für die Hauptsaison im nächsten Jahr wieder alles hübsch sein. Nachdem ich kurz im Supermarkt Proviant für morgen geholt habe, bin ich noch an den Stadtsee gelaufen, wo eine riesige Fuchsskulptur steht. Mächtiges Teil! Der Ausblick über den See bei herrlichem Sonnenschein und mit den herbstlichen Bäumen im Hintergrund war ebenfalls sehr sehenswert. Gleich nebenan ist der Sonnenuhr-Park, auf dem die größte Sonnenuhr des Landes steht. Leider war auch dieser Platz wegen Bauarbeiten geschlossen, so dass ich das Teil nur aus einer gewissen Entfernung sehen konnte. Direkt hinter dem Platz findet sich der Friedhof, dem ich ebenfalls einen kurzen Besuch abgestattet habe. Auch sehr schön, vor allem im herbstlichen Ambiente. Vorbei an der hübschen Kirche ging es dann aber auch schon wieder zurück in die Herberge.

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Hier wollte ich mir das Online-Ticket für die morgige Zugfahrt nach Vilnius kaufen. War gar nicht so einfach, denn die Internetverbindung hier im Haus ist hundsmiserabel. Hab dann die Schnalle am Empfang gefragt, was da denn los sei, die hat aber nur mit den Schultern gezuckt. Hab‘s dann aber glücklicher Weise doch noch hinbekommen. Morgen heißt es aber schon wieder früh raus, denn der Zug nach Vilnius führt bereits um 8:30 Uhr und ich muss ja ein ganzes Stück zum Bahnhof laufen.

12.10.2018 – Vilnius / Trakai

Um 7:15 Uhr bin ich also aus dem Bett gehüpft, hab mein Kram zusammengepackt und bin los zum Bahnhof. Pünktlich um 8:30 Uhr ist der Zug in Richtung Vilnius los gefahren. Der Zug war recht voll und eine Oma mit Ihrer Enkelin hatte bereits meinen Platz belegt. Hier gibt es im Zug nämlich Platzkarten. Widerwillig hat die Alte dann ihr Zeug zusammen gepackt und das Balg auf den Schoß genommen. Eigentlich wollte ich gemütlich nochmals die Augen schließen aber das scheiß Kind hat die ganze Zeit gelabert und rumgezappelt. Konnte dennoch noch etwas schlummern, auch wenn ich gerne das ein oder andere Mal am liebsten den Ellbogen ausgefahren hätte. Kurz vor Vilnius musste ich dann kurz pieseln und hab den Aufmachknopf der Klotür betätigt, als ich plötzlich von den Umherstehenden etwas Gegenwind bekam. Denn auf dem Klo saß eine ältere Dame und war gerade beim Geschäft, als sich die elektronische Tür in Zeitlupe öffnete und dann genauso langsam wieder schloss. War schon etwas peinlich. Aber kann die denn nicht abschließen?

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Nun ja… um 11 Uhr war ich dann in Vilnius und bin auch gleich zum etwa zehn Gehminuten entfernten Hostel, dass in der Altstadt direkt hinter dem Tor der Morgenröte liegt. Auch hier konnte ich erfreulicher Weise gleich einchecken und mich umgehend wieder auf den Weg zum Bahnhof machen. Hab mir für 1,80 € einen Fahrschein nach Trakai gekauft, der ehemaligen Hauptstadt Litauens. Nach 30-minütiger Fahrt war ich auch schon dort und bin dann ca. 2,5 km entlang eines Sees zur Burg von Trakai gelaufen. Wunderschöne Aussicht und herrliches Wetter. Gut, dass ich diesmal die Jacke nicht mit genommen hab. Die Burg liegt auf einer kleinen Insel und ist sehr gut erhalten. Sieht auch sehr, sehr schön aus, nur die Batterie Dixi-Klos vor dem Eingang trübt das Bild ein wenig. Ist halt auch – verständlicher Weise – eine beliebte Touristenattraktion. Den Eintritt für die Burg hab ich mir aber gespart. Wären, inklusive Fotoerlaubnis knapp 10 Öcken gewesen. Hab deshalb nur kurz in den Burghof gelinst und schnell vom Eingang aus ein paar Fotos geschossen.

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Nachdem ich die Burg umrundet hatte, bin dann aber auch schon wieder langsam in Richtung Busbahnhof gelaufen. Denn die Busse fahren öfter als die Bahn und bis halb sechs wollte ich nicht warten um wieder zurück zu fahren. Der Bus hat genauso viel gekostet wie die Bahn und so war ich um 16:15 Uhr wieder zurück in Vilnius. War durch die Sonne und die gute Luft eigentlich schon etwas geplättet, aber gleich zurück ins Hostel wollte ich auch nicht. Also bin ich noch etwas durch die Altstadt und danach zur Bastille gelaufen, von wo man einen tollen Blick über die Stadt hat. Etwas weiter gibt es noch einen Panorama-Point, zu dem ich dann auch noch gelaufen bin. Auch von hier gibt es einen schönen Blick über die Stadt, aber auch nicht viel anders als von der Bastille aus ist. Im Schein der untergehenden Sonne aber doch sehr schön war.

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Wollte dann auf dem Rückweg noch kurz einkaufen, hab aber leider keinen Supermarkt gefunden. Also bin ich zurück ins Hostel, hab erst mal abgelegt und dann dort gefragt, wo es denn sowas gibt. Mir wurden gleich zwei davon gezeigt und so hab ich mich wieder auf den Weg gemacht. Leider hatten beide kein wirklich befriedigendes Angebot also bin mehrfach zwischen beiden Märkten hin und her um die Preise zu vergleichen. Die müssen auch gedacht haben: „was für ist den das für ein Idiot“. Hab dann in beiden Märkten jeweils ein bisschen was geholt und bin zurück ins Hostel. Dort war mein Zimmergenosse anwesend. Raoul aus Rumänien, der mittlerweile aber in Nürnberg lebt. Hab mich ein bisschen mit ihm unterhalten, bevor ich dann in die Küche bin um mir endlich meine heiß ersehnte Pasta Bolognese zu kochen.

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Hab danach den Anfang dieses Tagesberichtes geschrieben, als `n Typ namens Vitali mit einer Flasche Vodka aufgetaucht ist. Zusammen haben wir dann ein bisschen gesoffen und uns ganz gut unterhalten, bis er angefangen hat so `ne Scheiße zu labern, dass man Frauen die einen Betrügen doch einfach umbringen sollte. Und er verstehe auch nicht, dass seine Frau die Bullen gerufen hat, nur weil er seinen Sohn mit dem Gürtel verprügelt habe. Hab mir das alles `ne Weile angehört und ihm dann gesagt, dass ich das überhaupt nicht toll finde was er da von sich gibt und dass das gequirrlte Scheiße ist. Als er gemerkt hat, dass ich das kacke finde, hat er das Thema gewechselt und wir sind zur Rassenideologie und genetischem Fortbestand gekommen. Hier war ich mir nicht ganz sicher ob er das provokative Geschwätz wirklich ernst meint. Anscheinend aber schon, denn im Vodka liegt die Wahrheit. Hab ihm natürlich auch hier meine Meinung dazu gesagt und er hat das auch – wie sagt man so schön – zur Kenntnis genommen. War dann ganz froh, dass er dann endlich aufgebrochen ist, um in der Stadt noch etwas Party zu machen. Hab‘s deshalb auch noch geschafft, diese Zeilen zu schreiben, obwohl ich den Vodka schon wieder ganz schön gespürt habe.

13.10.2018 – Vilnius

Zum Abschluss hab ich heute mal ausgepennt. Lag sicher aber auch am gestrigen Wodka-Konsum, der mich schon wieder etwas aus der Bahn geworfen hat. Bin also erst um 9:30 Uhr aus den Federn gekrochen und hab mich so langsam ausgehfertig gemacht. Um 10:00 Uhr war ich dann auf der Straße und hab mich zum Supermarkt geschleppt, wo ich mir mein Frühstück besorgt habe. Danach hab ich mich zum nicht weit entfernten Museum der optischen Illusionen begeben. Da das Teil aber 10 € Eintritt kostet, habe ich auf einen Besuch verzichtet. Die spinnen ja wohl. Also bin ich weiter, vorbei an ein paar hübschen Kirchen und am Frank-Zappa-Denkmal. Danach ging es durch einen kleinen Park, von dem aus man einen schönen Blick über die Neustadt von Vilnius mit seinen Hochhäusern hat, aber auch den westlich gelegenen Fernsehturm, das höchste Gebäude Litauens, sehen kann.

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Unterhalb des Parks liegt das Genozid- und KGB-Museum das sich in dem ehemaligen Gebäude des russischen Geheimdienstes befindet. Hier war der Eintritt mit € 4.- angemessen. Im ersten und zweiten Stock befindet sich die Ausstellung zur Besatzung Litauens durch die Nazis und die Russen sowie die später Vereinnahmung durch die UdSSR. Diese behandelte die Deportation vieler Litauer, die Ermordung von 200.000 litauischen Juden und die Partisanenkämpfe der Aufständischen. Im Keller befindet sich das ehemalige KGB-Gefängnis, das eine unheimlich beklemmende Atmosphäre besitzt. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Menschen hier gelitten haben, gefoltert und ermordet wurden. Schon sehr erschreckend und irgendwie auch ziemlich irreal.

Nach zwei Stunden habe ich dieses Horrorhaus wieder verlassen und einen Rundgang am Rande der Altstadt, vorbei am Parlament und entlang der Flußufers unternommen, bis ich zum Nationalmuseum und dem dahinter liegenden Burgturm gekommen bin. Der Weg auf die Burg war wegen des steinigen und steilen Wegs gar nicht so einfach, aber von oben hat man ebenfalls einen tollen Blick über die Stadt. Leider waren ziemlich viele Leute und auch nervige Kinder unterwegs. Da der Eintritt für den ranzigen Turm ganze 5 Euronen gekostet hat, hab ich mir es gespart dort hoch zu steigen, denn auch von unten hatte man einen tollen Blick. Danach bin ich wieder abgestiegen und auf den neben dem Turm liegenden großen Platz marschiert, wo ein weiterer Turm und eine riesige Kathedrale zu finden sind. Auch hier jede Menge Menschen unterwegs. Gleiches galt für den in unmittelbarer Nähe gelegenen, eigentlich recht schön gestalteten Erholungspark.

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Vom Park aus ist es nur ein Katzensprung ins angrenzende Künstlerviertel Uzupis. Man muss nur vorbei an ein paar weiteren Kirchen, von denen es hier Unmengen gibt, und über eine kleine Brücke – schon ist man in dem alternativen Stadtteil, das sich selbst auf satirische Weise für unabhängig erklärt, eine eigene Regierung, eine 12 Mann starke Armee und eigene Verfassung hat. Diese ist auf zig Sprachen in ebenso viele Metalltafeln eingraviert, die an einer Maue im Zentrum des Viertels geschlagen wurden. Leider auch hier viele Menschen, vornehmlich Touristen.

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Die letzte Etappe sollte mich dann zurück in die Altstadt führen, wo sich der monumentale Präsidentenpalast befindet. Will man auf das Gelände muss man durch einen Körperscanner und seine Taschen durchsuchen lassen, weswegen die Touristengruppen hier nicht anzutreffen sind. War dann auch ganz angenehm und relativ ruhig dort. Hinter dem Palast befindet sich noch ein kleiner, netter Skulpturenpark, den ich auch noch kurz durchstreift habe. Danach ging es, mit einem Abstecher zum Supermarkt, zurück ins Hostel. War nämlich auch schon wieder kurz nach sechs. Hab dann schnell geduscht, meine Fotos sortiert und meine Essensreste warm gemacht. Irgendwann kam dann auch Vitali wieder, auf den ich aber gar kein Bock hatte. Zum Glück ist der ziemlich schnell wieder abgedampft, als er gehört hat, dass in der Kneipe nebenan das Bier heute nur einen Euro kostet. War mir dann auch recht. So hab ich den letzten Abend doch gemütlich ausklingen lassen können.

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Am nächsten morgen ging es dann mit dem Zug zum nahe gelegenen Flughafen und auch schon wieder zurück nach Stuttgart. War ein wirklich toller Trip und ich hätte mir noch drei, vier Tage mehr hier gewünscht um noch ein wenig mehr von diesen drei Ländern zu sehen. Ich kann einen Besuch dort jedenfalls nur empfehlen.


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